Sich selbst und andere besser verstehen

Die LIFO®-Methode (LIFO steht für LIFe Orientations) beschreibt und veranschaulicht persönliche Verhaltensmuster für ein besseres zwischenmenschliches Verständnis. Die Methode beruht auf den humanistischen Theorien von Erich Fromm, Carl Rogers und Peter Drucker. Sie charakterisiert vier Grundstile menschlichen Verhaltens als Ergebnis eigenen Lernens und sozialer Erfahrungen.


Das seltsame Paradoxon ist, dass, wenn ich mich so akzeptiere wie ich bin, ich die Möglichkeit erlange, mich zu verändern.
Carl C. Rogers, amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut, 1902-1987

Der positive Grundgedanke der LIFO®-Methode ist, dass jeder Mensch lernen kann, seine persönlichen Stärken bewusst weiterzuentwickeln und flexibel zu gestalten. Mit ihr gelingt es im Alltag besser und schneller, sich gut auf unterschiedliche Situationen und Gesprächspartner einzustellen, um produktiver und wirkungsvoller handeln und kommunizieren zu können.

In der Personal- und Organisationsentwicklung wird die LIFO®-Methode weltweit seit mehr als 50 Jahren erfolgreich in Coachings, Trainings, Workshops und Beratungsprojekten angewendet, um herausfordernde Situationen besser zu meistern und schneller tragfähige Lösungen zu finden.
Grafik zur Menschenverständniss

7 Pluspunkte der LIFO®-Methode

Die LIFO®-Methode ist ein bewährtes Tool, das sich gut anwenden und leicht nachvollziehen lässt. Es beschreibt Chancen und Herausforderungen persönlicher Stärken und will motivieren, schwächer ausgeprägte Verhaltensweisen bewusster einzusetzen, wenn die Situation es erfordert. Die LIFO®-Methode ist eine Verhaltensstilanalyse, keine Persönlichkeitstypologie. Verhalten ist das, was wir tun und wie wir etwas tun. Es ist veränderbar. Dabei zeichnet sich die LIFO®-Methode durch 7 charakteristische Pluspunkte aus:

  • Die LIFO®-Methode betont die Vielfalt menschlicher Verhaltensstile. Jede Verhaltensausprägung kann, je nach Situation, nützlich und erfolgreich sein.
  • Der Fokus der LIFO®-Methode liegt auf der individuellen Flexibilität im Einsatz unterschiedlicher Verhaltensstile sowie auf Akzeptanz und Toleranz.
  • Mit der Unterscheidung zwischen „günstigen“ und „ungünstigen“ Bedingungen trägt die LIFO®-Methode der Tatsache Rechnung, dass Menschen in herausfordernden Situationen oft ihr Verhalten ändern.
  • Auf der Grundlage des Stärken-Schwächen-Paradoxons nach Erich Fromm hilft die LIFO®-Methode, die Risiken eines übertriebenen Einsatzes persönlicher Stärken zu mindern, wenn diese sich nachteilig auswirken.
  • Die LIFO®-Methode folgt dem Kongruenz-Prinzip nach Carl Rogers und unterscheidet zwischen Absicht - Verhalten - Wirkung zur Verbesserung von Authentizität und Wirkungskraft in der persönlichen Kommunikation.
  • Die LIFO®-Methode differenziert persönliches Verhalten in Abhängigkeit unterschiedlicher Rollen und Situationen. Deshalb stehen zahlreiche kontextspezifische LIFO®-Fragebögen zur Verhaltensstilanalyse zur Verfügung.
  • Die LIFO®-Methode verwendet eine verständliche Sprache und einprägsame Begrifflichkeiten, sie beschreibt persönliches Verhalten wertfrei und betrachtet jeden Verhaltensstil bewusst mit hoher Wertschätzung.
Kreisdiagramm über die 7(8) Pluspunkte der LIFO®-Methode

Stärken managen. Potenziale erkennen.

Die LIFO®-Methode wurde 1967 von den beiden amerikanischen Sozialpsychologen Dr. Stuart Atkins und Dr. Allan Katcher als Selbsteinschätzungsverfahren mit der Zielsetzung entwickelt, Leistungsmanagement und Leistungsbeurteilungen zu verbessern. Die Methode basiert maßgeblich auf den Theorien von Erich Fromm, Carl Rogers und Peter Drucker:

Dr. Allan Katcher und Dr. Stuart Atkins
Dr. Allan Katcher und Dr. Stuart Atkins haben durch eigene Forschungen besonders die Ausformulierungen von Fromms Theorien in Bezug auf die vier Grundstile und Stilmischungen menschlichen Verhaltens modifiziert. Zudem haben sie aus mehreren Hundert verhaltensbezogenen Items statistisch 72 Items herausgearbeitet und validiert, die sich heute als 18 Aussagen mit jeweils vier Antwort- bzw. Ergänzungsmöglichkeiten in jedem LIFO®-Fragebogen wiederfinden.
Erich Fromm
Auf Erich Fromm gehen die vier Verhaltensorientierungen bzw. -grundstile zurück sowie die Einschätzung, dass Schwächen oft aus dem übertriebenen Einsatz unserer Stärken resultieren (Stärken-Schwächen-Paradoxon).
Carl Rogers
Von Carl Rogers wurde das Kongruenz-Prinzip mit dem Postulat einer größtmöglichen Übereinstimmung von Absicht, Verhalten und Wirkung mit einbezogen. Auch Rogers‘ Ansatz der gegenseitigen Wertschätzung als wichtige Vorausset-zung für zwischenmenschliche Beziehungen und Veränderungsprozesse findet sich in der LIFO®-Methode wieder.
Peter Drucker
Peter Drucker trug mit den Themen Stärkenmanagement und Stärkenentwicklung zwei weitere wichtige Elemente zur LIFO®-Methode bei: Erfolgreiche Führungskräfte setzen bewusst und zielorientiert Stärken und produktive Ressourcen ihrer Mitarbeiter ein. Sie motivieren und begeistern für Aufgaben, indem sie die Stärken der Menschen betonen.
1977 wurde die LIFO®-Methode internationalisiert, heute wird sie in mehr als 35 Ländern eingesetzt. Im deutschsprachigen Raum ist die LIFO®-Methode seit 1989 präsent. Mehr als 1.100 Trainer, Coaches und Berater wurden seitdem in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz lizenziert, die LIFO®-Methode anzuwenden.